Mein Leben als Illustratorin

Alles rund um das Thema Illustration, Illustrator/in werden, Kunst und Co.!


Der Alltag als Illustratorin bringt viele interessante Sachen mit sich. Erst einmal ist da die Frage: Wie werde ich überhaupt Illustrator/in? Wie funktioniert Illustration, gibt es irgendwelche Tipps und Tricks? All das und auch praktische Hilfen zum Erstellen von Illustrationen, Editorial Illustrationen, Artikel zu Zeichentechniken und Co. sammle ich in dieser Kategorie..

Inspiration für (Editorial-)Illustrationen

Wenn ich einen Text bekomme, den ich illustrieren soll, lese ich ihn mir erst einmal 3-4 Mal durch. Nach dem ersten Lesen fange ich an, ganz ungerichtet und nebenbei locker bestimmte Passagen anzustreichen, die ich für wichtig und gut zeichenbar halte. Beim 3. oder 4. Mal streiche ich in diesen Passagen Schlüsselbegriffe an, die ich mir herauspicke und auf die ich ganz besonders in den Illustrationen eingehen möchte.

Um dann in "Stimmung" zu kommen, fange ich dann mit einer Übung an. Ich nehme mir zwei Worte und packe sie in eine Skizze. Dabei ist es egal, was für Worte das sind und ob sie auch nur ansatzweise irgendetwas miteinander zu tun haben. Um die Auswahl zu erleichtern, schreibe ich die herausgearbeiteten Begriffe in eine Liste, schließe die Augen und zeige mit einem Stift die Liste - voilà! Schon steht das erste Wort. Dann braucht dieses Wort noch einen Partner. Dafür lasse ich die Bleistiftspitze auf den Text fallen und schau, welches Wort ich treffe. Sofern es nicht "den" oder "und" oder so etwas ist, nehme ich das Wort.

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Inspiration für Illustratorinnen & Illustratoren

Eine gute Illustration lebt von ihrer "Idee" - diese ist das ausschlaggebende Moment an der ganzen Sache. Illustrationen stützen sich auf elegante und überraschend inspirierte Gedankenblitze, und wenn dieser Faktor fehlt, fühlt sich ein Stück Kunst seltsam seelenlos, distanziert und belanglos an.


Wenn ich vor einem leeren Blatt sitze und beschließe "ich illustriere jetzt!", spüre ich manchmal das von meiner Kunstlehrerin so oft beschriebene "Horror vacui", die Angst vor der Leere. Das Wichtige ist für mich in diesen Momenten, den Anfang zu finden - sonst wird das nichts. Manche sitzen stundenlang herum, recherchieren und warten auf die Inspiration, die kometengleich einschlagen soll - bei ihnen mag das klappen, bei mir nicht; ich muss einfach anfangen, die Inspiration kommt bei mir mit dem Umsetzen. Dennoch habe auch ich meine einschlägigen Inspirationsquellen.

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Schritt-für-Schritt Photoshop Illustration

Kinderbuch - Illustration "Eulenmädchen", (c) Felice Vagabonde 2015
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Tipps für Editorial Illustration

Illustration ist ein toller Beruf, vor allem, da es viele Felder gibt, in denen man sich spezialisieren kann. Am liebsten mache ich Sachen für Zeitschriften und Magazine, also Editorial Illustration. Es ist spannend und interessant und man kommt mit vielen verschiedenen Themen in Berührung. Meistens rutscht man in seine Spezialisierung irgendwie rein, wie überhaupt oft gesamt in die Illustrations-Karriere, und gerade verlege ich mich mehr und mehr auf Editorial - Sachen.

 

Editorial Illustration bedeutet, einen Text mit einem Bild zu begleiten, zu visualisieren und zu erklären. Dafür muss man ein gutes Textverständnis mitbringen, sich mit dem Thema auskennen - eigeninitiative Recherche bleibt da nicht aus, man braucht Hintergrundinfos! - und sich detailliert mit dem/der zuständigen Art Director/in ausgetauscht haben. Anschließend geht es los.

 

Aber wie fängt man damit überhaupt an, bzw. was muss man beachten? Nun:

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Sag mal, machst du eigentlich nur noch Illustration, oder auch noch Kunst?

Das ist eine arglos gemeinte Frage, die ich tatsächlich öfter gestellt bekomme und ein Punkt, zu dem ich mal meine Sicht der Dinge schildern sollte: Was ist für mich Illustration, was ist Kunst, wie werde ich Illustrator/Illustratorin, und wie funktioniert das alles überhaupt?

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Jedes Bild ist eine Reise

Gestern wurde ich gefragt, wie ich meine Wandbilder konzipieren würde. Ehrlich gesagt: Gar nicht.

Meist gibt es eine grobe Idee, entweder von mir oder von den Auftraggebern. Bis ich überhaupt einen Pinsel in die Hand nehme, kann sich das noch ziemlich ändern, und ich hatte schon Situationen (wie das aktuelle Wandgemälde), in denen ich dann vor der Wand stand und spontan etwas KOMPLETT anderes machte.

Ich arbeite eher selten und sogar etwas ungern mit Entwürfen und Skizzen, meist geht es spontan und direkt los. Bei Wandbildern ist es insofern besonders brenzlig, als dass es da ja kein Zurück mehr gibt. Ist die Farbe auf der Wand, ist die Farbe eben wirklich auf der Wand. Zack. Da muss man sich wirklich sicher sein und Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten haben - und eine Portion Mut und auch ein bisschen Risikobereitschaft sollten ebenfalls vorhanden sein.

Beim Malen höre ich immer Hörbuch und arbeite mich dabei von Assoziation zu Assoziation. In der Regel komme ich ganz woanders raus als dort, wo ich eigentlich dachte, hin zu gelangen. Jedes Bild ist eine Reise und kann auch gern mal andere Wege einschlagen.

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Die Anfänge als Illustratorin

Ich habe ja mal versprochen, dass ich die Anfänge meiner Illustratorenkarriere aufzeige - also die WIRKLICHEN Anfänge ;-).

Meine Mutter hat mir vor kurzem zwei meiner Kindergartenmappen mitgebracht, vermutlich musste ein ganzer Wald abgeholzt werden, um meinem Mal-Bedürfnis gerecht zu werden (kleiner Scherz, wir malten auf Altpapier).

Hätte meine Mutter all meine Bilder aufgehoben, hätten wir vermutlich anbauen müssen. Diese Bilder sind entstanden, als ich 3-5 Jahre alt war. Schon da zeichnete sich ab: Die wird mal was! 

Oder so. Ähem.

 

;-)


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Die Anfänge

The first drawing of Felice Vagabonde (c) Felice Vagabonde illustration 2015

Dieser kleine Fetzen war mein erster Schritt in Richtung "Illustration", bzw. stilisierte Zeichnung - damals, 2009 in Wien. Bis dahin habe ich nur die typischen Fineart-Sachen gemacht, sehr realistisch gezeichnet und wenig experimentiert. Das hat sich mit dieser kleinen Zeichnung schlagartig geändert.

Ich steckte in einem Biologie-Studium, das ich auch mehr notgedrungen absolvierte, und das Thema "Kunst" hatte ich eigentlich abgehakt, es war nur mehr ein Hobby. Als ich aber in Wien lebte, nahm die Auseinandersetzung mit Illustration und Co. rasant zu, und ich experimentierte viel mit verschiedenen Medien. Ich hatte Ausstellungen, illustrierte für Magazine und die Sache nahm schnell an Fahrt auf.


Könnt ihr euch vorstellen, dass ich bis vor 5 oder 6 Jahren grauenvolle Gesichter und Hände gezeichnet habe? Das ging echt GAR NICHT. Ich konnte das noch nie, am schlimmsten waren Männer, die sahen aus


wie eine Mischung zwischen dem Ding aus dem Sumpf und Chucky, der Mörderpuppe - mit mehrfach gebrochenen Fingern ;). 

Das hat mich rasend gemacht, doch Wut oder Frust können durchaus gute Katalysatoren sein. Ich zeichnete ab sofort nur noch Menschen, hunderte Gesichter und Hände und das so lang, bis man auf einmal über mich sagte "das ist die, die so tolle Gesichter zeichnet". Huch? Ich war selbst ganz baff und habe relativ spät gemerkt, dass meine gezeichneten Personen nicht mehr aussehen wie Monster aus der magischen Menagerie.

 

<Peinliche und klischeehafte Lebensweisheit> Frustration kann einen durchaus auf das nächste Level bringen und ist nicht immer nur destruktiv - das weiß man ja seit Faust - , und wenn man scheitert, sollte man nicht aufhören sondern trotzig weitermachen. Oft eröffnen sich einem ganz neue Wege, an die man gar nicht gedacht hat. </Peinliche und klischeehafte Lebensweisheit>


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