Inspiration für (Editorial-)Illustrationen

Wenn ich einen Text bekomme, den ich illustrieren soll, lese ich ihn mir erst einmal 3-4 Mal durch. Nach dem ersten Lesen fange ich an, ganz ungerichtet und nebenbei locker bestimmte Passagen anzustreichen, die ich für wichtig und gut zeichenbar halte. Beim 3. oder 4. Mal streiche ich in diesen Passagen Schlüsselbegriffe an, die ich mir herauspicke und auf die ich ganz besonders in den Illustrationen eingehen möchte.

Um dann in "Stimmung" zu kommen, fange ich dann mit einer Übung an. Ich nehme mir zwei Worte und packe sie in eine Skizze. Dabei ist es egal, was für Worte das sind und ob sie auch nur ansatzweise irgendetwas miteinander zu tun haben. Um die Auswahl zu erleichtern, schreibe ich die herausgearbeiteten Begriffe in eine Liste, schließe die Augen und zeige mit einem Stift die Liste - voilà! Schon steht das erste Wort. Dann braucht dieses Wort noch einen Partner. Dafür lasse ich die Bleistiftspitze auf den Text fallen und schau, welches Wort ich treffe. Sofern es nicht "den" oder "und" oder so etwas ist, nehme ich das Wort.

Sehr oft haben die Worte nichts miteinander zu tun. So ein Wortpaar kann dann sein "Kindererziehung" - "grün". Je unsinniger die Kombination scheint, umso besser!

Jetzt fange ich damit an, zu diesen Worten Assoziationsketten aufzuschreiben und zu skizzieren. Nach und nach erarbeite ich mir dadurch mehrere Skizzen, Entwürfe und Versionen. Irgendwann fange ich an, einen dieser Entwürfe umzusetzen. Sehr oft passiert es bei mir, dass dadurch wirklich schon eine Illustration rauskommt – das ist natürlich der beste Fall. Wenn das nicht der Fall ist, lockere ich damit einfach meine Hand und auch mein Gehirn. Danach flutscht die Arbeit dann umso besser. Probiert es mal aus!