Inspiration für Illustratorinnen & Illustratoren

Eine gute Illustration lebt von ihrer "Idee" - diese ist das ausschlaggebende Moment an der ganzen Sache. Illustrationen stützen sich auf elegante und überraschend inspirierte Gedankenblitze, und wenn dieser Faktor fehlt, fühlt sich ein Stück Kunst seltsam seelenlos, distanziert und belanglos an.


Wenn ich vor einem leeren Blatt sitze und beschließe "ich illustriere jetzt!", spüre ich manchmal das von meiner Kunstlehrerin so oft beschriebene "Horror vacui", die Angst vor der Leere. Das Wichtige ist für mich in diesen Momenten, den Anfang zu finden - sonst wird das nichts. Manche sitzen stundenlang herum, recherchieren und warten auf die Inspiration, die kometengleich einschlagen soll - bei ihnen mag das klappen, bei mir nicht; ich muss einfach anfangen, die Inspiration kommt bei mir mit dem Umsetzen. Dennoch habe auch ich meine einschlägigen Inspirationsquellen.

Inspirationsquellen für meine Illustration

Pinterest

Hier befindet sich sozusagen mein "Hauptarchiv". Ich habe verschiedene Pinnwände mit hunderten Illustrationen oder kreativen Fotos, die ich nach Themen kategorisiert habe und zu Rate ziehe, wenn ich ein Projekt plane. Ich suche auch lieber hier nach Referenzen als bei Google, da das ästhetische Niveau der Bilder hier einfach besser ist und schon eine Art Vorauswahl durch die Benutzer stattfand.

Twitter

Auf Twitter vernetze ich mich mit meinen Lieblingskünstlern/-innen, -galerien, -museen und meinen favorisierten Illustratorinnen & Illustratoren. Ein bunter Strom an Kunst fließt dabei durch mein Newsfeed, zudem kann man in die Arbeitsprozesse anderer Kreativer hinein spähen, wenn sie "work in progress"-Fotos twittern. Zudem bleibe ich hierdurch auch auf dem neusten Stand, was Ausstellungen, Veranstaltungen, Workshops & Co. angeht.

Andere soziale Netzwerke

Genau wie bei Twitter rausche ich ab uns zu durch mein Tumblrfeed, wenn ich mich mit Bildern berieseln lassen möchte. Bei Instagram rauscht auch eine Flut an Bildern meiner Lieblings-Illustratorinnen & Illustratoren an mir vorbei. Auch auf Facebook folge ich mit meiner Fanseite ausschließlich anderen Künstlern und nehme interessante Einblicke in ihre Arbeitsweise, ihre Studios und ihre Projekte.


Überhaupt sind soziale Netzwerke die Anlaufstelle Nummer 1 für mich, wenn es um die Ideenfindung geht. Hatte man früher immer nur das fertige Werk vor Augen, kann man nun intimiere Einblicke in die Ateliers und Studios von Kreativschaffenden nehmen. Diese kleinen Schlüssellochblicke finde ich immer tausend Mal interessanter als eine fertige Illustration.

Illustrations - Blogs & Webseiten

Eine tolle Inspirationsquelle sind auch einschlägige Blogs. Gerne halte ich mich zum Beispiel auf Illustration Friday auf, wo ich auch sehr gerne aktiv mitmache. Jede Woche wird ein eingereichtes Thema vorgegeben, zu dem man illustriert. Dieses lädt man dort hoch und veröffentlich es. Zusätzlich wird daraus noch ein "Sieger" gezogen. Weiterhin werden auf der Webseite Künstler/innen vorgestellt und Auszüge der Portfolios gezeigt. 

Bei eatsleepdraw habe ich früher, als ich noch bei Tumblr aktiver war, sehr oft mitgemacht. Es ist ein kuratierter englischsprachiger Blog, bei dem man seine eigenen Werke einreichen und einem sehr breitem Publikum präsentieren kann. Gerade in der Anfangszeit hat das meinem Bekanntheitsgrad, der damals bei genau 0 lag, einen kräftigen Schub gegeben und ich konnte mir meine erste kleine Fanbase aufbauen. Weitere Webseiten, die ich für Input gerne besuche:

All in all bietet das Internet eine breite Auswahl an kreativem Input, dessen man sich bedienen kann. Gerne greife ich jedoch auch auf traditionelle Quellen wie Ausstellungen oder meine riesige Bibliothek an Kunstbüchern zurück. 


Wenn ich wahnsinnig uninspiriert bin und nichtmal eine Richtung finden kann, in die ich überhaupt die ersten Schritte lenken soll, fange ich einfach an, mit irgendwas; gerne auch etwas, das gar nichts mit der eigentlichen Illustration, die hier ja entstehen soll, zu tun hat; notfalls zeichne ich einfach eine Illustration eines anderen Illustrators ab, um irgendetwas zu tun zu haben und meinen Stift zu bewegen, oder ich zeichne eine Socke, die Nase meines Hundes, einfach nur Kreise, irgendwas. In der Regel muss ich erstmal "loslaufen", um eine Richtung zu finden, in die sich meine Illustration auf den Weg machen soll. Und mit dem Machen kommt dann meist auch die große und gute Idee.