100 Drawings - Tag 16: St.-Helena-Riesenohrwurm

illustration st.-helena-riesenohrwurm

Der St.-Helena-Riesenohrwurm (Labidura herculeana) ist der größte Ohrwurm der Welt und kommt ausschließlich auf der im Zentralatlantik liegenden Insel St. Helena vor. Seit 1967 wurde er nicht mehr nachgewiesen, weshalb er 2014 als ausgestorben erklärt wurde.

Die Tiere bewohnten tiefe Erdhöhlen und ernährten sich vermutlich vegetarisch. Sie erreichten eine Körperlänge von bis zu 8,4 cm.

Das erste Exemplar wurde 1798 gefunde, das zweite erst Anfang des 20. Jahrhunderts, allgemein wurde die Art jedoch ignoriert. Anfang der 60er Jahre erinnerte man sich wieder an die Ohrwürmer und sammelte bis 1967 circa 40 Exemplare. Seitdem wurde kein Exemplar mehr gefunden und die Art gilt als verschollen - auch nach mehreren Expeditionen konnte man keines der Tiere mehr nachweisen.

 

Leider beschloss man, auf der Insel St. Helena einen Flughafen zu bauen. Proteste von Tierschützern und Wissenschaftlern blieben unbeachtet, und so kann man davon ausgehen, dass neben dem St.-Helena-Riesenohrwurm noch viele andere endemische Arten aussterben werden.

 

(Endemische Arten sind Arten, die ausschließlich in räumlich klar abgegrenzten Gebieten und nirgendwo anders vorkommen. Beispiele dafür sind Hochplateaus oder Inseln.)