100 Drawings - Tag 5: Dumbo Oktopus

Ich bin Biologin und finde die Natur entsprechend faszinierend. Richtig toll fand ich schon als Kind die Tiefsee, weil sie kaum erforscht ist. Tiere leben dort unter extremen Bedingungen (wahnsinnig hoher Druck, Dunkelheit, Stille, wenig Sauerstoff) und nehmen total spektakuläre Formen an.

 Die meisten, die "findet Nemo" oder Naturdokus gesehen haben, kennen ja zum Beispiel den Tiefsee-Anglerfisch, ein Fisch mit wahnsinnig riesigen Zähnen und einem kleinen leuchtenden Fortsatz am Kopf, mit dem er Beute anlockt. 

 

Je tiefer man taucht, umso mehr Tiere findet man, die farblos oder komplett durchsichtig sind. Manche leuchten auch in schillernden Farben. 

Es wird vermutet, dass dort viele, noch unentdeckte sogenannte "lebende Fossilien" existieren. Ein Beispiel dafür ist der Kragenhai, der in 120 bis 1280 Meter Tiefe lebt. Fängt man diese Tiere, verenden sie in der Regel kurz nach der Gefangennahme, da die Druckunterschiede und Wasserzusammensetzung einfach zu unterschiedlich zu ihrem Lebensraum sind.

 

Meine kleine schnelle Skizze ist aber ein eher niedlicher Vertreter der Tiefsee-Geschöpfe: Der "Dumbo Oktopus" (Grimpoteuthis); der Name leitet sich davon ab, dass er aussieht wie Walt Disney's Zeichentrick-Elefant "Dumbo". Diese Tiere wohnen am Boden der Tiefsee auf etwa 3000 bis 7000 Meter unter Null, eine sehr nahrungsarme Umgebung. Sie ernähren sich in der Regel von Krustentieren und Würmern und werden 30-40 Zentimeter lang. Diese Dumbo-ähnlichen Fortsätze sind übrigens keine Ohren, sondern eine Art Flossen, die beim Schwimmen helfen und wie eine Art Propeller funktionieren. Mit ihren Ärmchen krabbeln sie über den Meeresboden, auf der Suche nach ihrer Beute. Ihre natürlichen Feinde sind Haie, Schwertwale ("Orcas"), Thunfische und andere, räuberisch lebende Kopffüßer.