100 Drawings - Tag 4: Gnu

100 drawings - Felice Vagabonde, Illustratorin aus Hamburg! Gnu, (c) 2015

Als ich letzten Monat zum 80. Geburtstag meiner Oma gefahren bin, habe ich mir den Film "Serengeti" gekauft und ihn aufs Tablet geladen, um ihn während der Zugfahrt schauen zu können. Seit ich klein bin, liebe ich Naturdokus abgöttisch!

 

Ich saß da also mit drei Geschäftsmännern an einem Vierertisch in der ersten Klasse des ICE (ich hatte so einen Gutschein zum Upgraden) und wischte mir permanent die Augen, als die kleinen Babygnus von ihrer Mutter getrennt, von Raubtieren angefallen wurden und was weiß ich. Kompetenz und Professionalität? Kann ich. Ja, ich bin Biologin. Nein, ich kann dennoch keine Tier-Dokus wie eine "normale" Erwachsene schauen - also ohne feuchte Augen oder dauerndes "Awwwww!".

 

Jedenfalls fiel mir da auf, dass Gnus, vor allem die Babys, keine "muh" Geräusche von sich geben, was man vom Aussehen her erwarten würde - auch, obwohl es (Kuh-)Antilopen sind - nein, sie tröten! Ich könnte mir das stundenlang anhören, es klingt wahnsinnig komisch und während der Zugfahrt führte das auch zu einem fröhlichen Lachanfall meinerseits. Den Rest der Fahrt mieden die Geschäftsmänner angestrengt den Blickkontakt mit mir.

 

Gnus sind, wie schon gesagt, Antilopen und wohnen in riesigen Herden in Afrika. In der Serengeti sieht man tausende Gnus in der Ebene vor der großen Wanderung zusammenstehen und sich versammeln - und dann geht es los! - das ist eins der größten Naturspektakel überhaupt. Während die Herden sich in nahrungs- und wasserreichen Gebieten in Männchen und Weibchen aufsplitten, bilden die Tiere in trockenen Gebieten riesige Mischherden aller Altersgruppen und Geschlechter. Hier könnt ihr übrigens die Wanderung der Gnus verfolgen, ich finde das total faszinierend - und euch allen sei der Film "Serengeti" ans Herz gelegt!

 

So oder so: Gnus sind toll! Und hier ist eine Illustration für euch. Tröt.